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Lebenslösungen Der Treffpunkt für die allgemeine Diskussion.
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Alt 14.09.2007, 16:47   #1
conny
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conny
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Kennt das jemand? Man tigert durch die Gegend. Kribbelig. Unruhig. Wie auf der Flucht. Ohne erkennbaren Grund. Es ist als wenn alle „Kinder“ durcheinander schreien und an einem zerren.
Was tut man da? Zur Ruhe zu kommen macht mir Angst. Flüchte ich? Laufe ich umher, um mich nicht stellen zu müssen? Laufe ich also im wahrsten Sinne des Wortes weg? Lasse ich meine inneren Kinder im Stich? Darf ich nicht zur Ruhe kommen, weil ich glaube ständig etwas sinnvolles tun zu müssen?
Essen und exzessiver Sport haben mir lange geholfen. Beides wurde zur Sucht. Doch nichts hat mir inneren Frieden gegeben, sondern im Gegenteil noch mehr Kummer geschaffen. Mein Körper hat mir klar gemacht, dass ich genauer hinsehen soll. Dass ich nicht flüchten kann. Aber was nun? Nun treibt es mich umher...
Womit seid Ihr diesbezüglich erfolgreich?
Die ratlose Conny

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Alt 17.09.2007, 14:58   #2
Meike Lalowski
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Meike Lalowski befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
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Liebe Connie,

irgendwann wird jede(r) von uns kennen müssen (wenn wir es nicht schon längst erlebt haben), was Du beschreibst. Es sind die ersten Ahnungen, das Hufescharren vor dem Start in den Entzug. Denn ob wir nun Alkohol, Heroin oder Nikotin als Droge einsetzen, oder Männer, Frauen und Kinder, oder aber Essen und Sport bleibt dem Affen Wurscht. Pardon: Banane ....

Naja, zum Lachen wird dir nicht sein. Drogen stellen wir vor unsere dunkelsten Gefühle. Um im Bild zu bleiben, vor unsere schwierigsten inneren Kinder. Und die sind innenpolitisch genauso unbeliebt wie im "richtigen Leben": Bedürftig, sehnSüchtig und voller Ängste.

Drogen sind eine sehr zweischneidige Angelegenheit. So verführerisch so tödlich, denn es ist nicht nur so, dass irgendwann jede(r) Süchtige die Droge hasst, sondern die Droge auch ihre Süchtigen. Denn die Sucht münzt ein grundsätzlich sehr großes Potential systematisch um in Falschgeld und ist somit ein Riesenbetrug an unserer Wahrhaftigkeit und Lebendigkeit.

Darum wird irgendwann noch jede Droge ihren Wirt vernichten wollen, sei es psychisch, sei es körperlich.

Anders ausgedrückt: Den Entzug wirklich zu wollen ist der ersten Schritt, der folgerichtig das Bekenntnis fordert: ich bin wasauchimmersüchtig.

Und dann erfordert es eine Menge guter Elternenergie, die Kinder zu halten, die hinter der Droge verhungert und verlassen herumlungern, voller Misstrauen und Angst. Sie werden uns tüchtig prüfen und auch eine Menge zumuten.

Aber sie wiederzufinden ist der Liebe größter Sieg - darum Dir alle Kraft und Disziplin und Geduld und Vertrauen!

------------------
Meike Lalowski




[This message has been edited by Meike Lalowski (edited 17 September 2007).]
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Alt 17.09.2007, 15:06   #3
Katrin
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Beiträge: 5
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Katrin
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Hallo Conny,

Ist ja schon ein paar Tage her, dass du hier geschrieben hast, vielleicht hat sich wieder alles geändert - das geht ja manchmal ganz schnell...

Was mir jedenfalls dazu einfällt: Wenn es dich so sehr umher-treibt, dann versuch doch mal die Aussicht zu genießen. Als würde man sich mit dem Auto immer wieder verfahren - statt sich über den Umweg zu ärgern, könnte man doch mal staunen, wo es einen so hintreibt - vielleicht hat das ja einen ganz besonderen Sinn!? (Nur da sind Leute, die was bestimmtes sagen. Nur da ist ein Postkartenständer, mit einem ganz speziellen Spruch für dich. Nur da ist ein ganz bestimmtes Gefühl, das einfach gesehen werden will.)
Manchmal wissen wir vielleicht doch nicht besser, was das Richtige für uns ist.

Aber ach - ich kann dich so gut verstehen! Es stellt nicht wirklich zufrieden, festzustellen, dass man nun halt mal unzufrieden ist. Mir hilft es gerne mal, mich dann auf den klitzekleinen Gegenwartsmoment zu konzentrieren; das, was ich tue dann ganz bewusst zu erfahren - ist auch nicht immer schön, aber lebendig.

Ich wünsch dir eine gute Reise, mit offenen Augen für Blumen (und Postkarten) am Wegesrand.

Lass-dich-über-raschen!

Herzlich-verspielte Grüße,
die Katrin.
Katrin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.09.2007, 20:34   #4
Marena
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Marena
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Liebe Conny,

ich kann sehr gut nachempfinden, was in Dir vorgeht. Dieses rast- und ruhelos. Frau ist ver-rückt.
Wie Meike schon schreibt, ist der erste Schritt, "den Entzug" wirklich zu wollen.

Meine Erfahrung ist, dass ich mich nicht mehr ablenke, mit Musik, Fernsehen oder Internet. So kann ich auf das "Innere Toben" hören, spüren was sich da zeigen möchte. Wenn ich alleine nicht weiter komme, dann spiegelt mich die Freund(in), oder schreibe ich hier in Meikes Forum. Diese ungliebten, verstoßenen Kinder, möchten nur endlich befreit werden. (dazu fällt mir gerade der Buch Tipp ein: Auf der Suche nach den Regenbogentränen). Es geht darum alle Gefühle fühlen zu dürfen.
Ich habe einen langen Weg hinter mir (und noch vor mir), und es bedarf viel Mut den Weg zu gehen. Ich finde es lohnt sich allemal, denn auf einmal ist auch die in sich ruhende Lebendigkeit wieder da.

Ich wünsche Dir alles Gute

Marena
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Alt 26.09.2007, 18:17   #5
conny
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Beiträge: 8
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conny
Lächeln

Erst einmal ein aufrichtiges Entschuldigung, dass ich jetzt erst auf Eure lieben Antworten reagiere. Das war sehr unachtsam von mir. Zur Zeit geht alles so schnell bei mir...

Wie es aussieht habt Ihr alle miteinander Recht. Der Entzug hat begonnen.

Und wieder Erwarten ist es zur Zeit zumindest gar nicht so schlimm wie ich befürchtet habe. Lasse ich ein Gefühl zu, also in diesem Fall die Unruhe, stelle ich fest, dass es zunächst sehr unangenehm ist, sich dann aber wieder legt, wenn ich mich eben nicht ablenke. Es passiert gar nix. Die Anspannung lässt nach und schafft Raum für’s fühlen.

Nachdem ich das ein paar mal ausprobiert hatte und es immer wieder funktioniert hat, habe ich Vertrauen gewonnen. Ach. Vertrauen, du schöne Unbekannte. Ich kann Deine Nähe endlich ein wenig spüren. Und ich gestehe ich habe Lust auf mehr. Vertrauen macht frei. Vertrauen in sich, in andere, in ein grosses Ganzes.

Schon jetzt hat die Bedrohlichkeit all meiner Ängste abgenommen und meine Zuversicht ist immens gewachsen. Was wenn das immer so klappt? Was wenn gar nichts passiert, wenn ich keinen Sport mache? Was wenn gar nichts passiert, wenn ich an Gewicht zunehme? Was wenn mich die Menschen, die ich liebe, dann noch immer gern haben? Oder vielleicht noch mehr? Weil ich entspannter und glücklicher bin?

Oder sie mögen mich nicht. Aber ich kann mich ja einfach mal mögen lernen. Kann ich das? Darf ich das? Oh Gott, oh Gott, ich bin vielleicht gar nicht so furchtbar wie ich immer gedacht habe. Gibt es tatsächlich noch etwas anderes, als diese permanente Angst im Nacken? Wenn ich ein Hund wäre, würde ich gerade permanent mit dem Schwanz wedeln, so aufgeregt bin ich.

Ich komme mir vor wie auf einer Expedition. Ich entdecke mich. Ich komme aus der Deckung...
Er fühlt sich gut an dieser erste Duft der Freiheit und Freude. Möge dieses Gefühl mich weiter antreiben, auf dem Weg, der gerade erst begonnen hat. Und auf dem nicht immer die Sonne scheinen wird. Aber ich weiss jetzt, dass sie da ist und das ich die Wolken wieder beiseite schieben kann, wenn ich den Weg fortsetze.

Alles Liebe aus Berlin, Eure Conny


[This message has been edited by conny (edited 26 September 2007).]

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